5G bei Sunrise bereits im März verfügbar

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 5G bei Sunrise bereits im März verfügbar

      Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag...
      Gemäss Berichten der NZZ und der Handelszeitung, will Sunrise bereits ab nächstem Monat an 150 Standorten 80% der Gemeinden mit 5G Mobilfunk abdecken. Wenn ich den Wortlaut jedoch richtig deute, wird es sich dabei vor allem um ländliche Standorte mit schlechten/fehlenden Glasfaserausbau handeln. Die grösseren Städte werden folgen, dafür muss aber zuerst an der Strahlenschutzverordnung "geschraubt" werden ;).

      Hier der Artikel der NZZ // Hier der Artikel der Handelszeitung

      Konnte jemand bereits in Erfahrung bringen, ob Sunrise eventuell bereits 5G Module auf den LTE-Antennen montiert hat und diese schlicht (noch) nicht aktiviert hat sind oder werden die Module nun in einer Herkulesaktion auf den Masten montiert?
      [Insert Signature here]
    • @BlueBlur: Dies sind sehr berechtigte Fragen zu einem sehr spannenden Thema. Ich versuche diese so gut wie möglich zu beantworten. Bitte verzeihe die fehlende Struktur des Artikel.

      Einige Sunrise Standorte haben HUAWEI Antennen dran, die bereits 700-900 MHz und 1400-2600MHz unterstützen. Das sind entweder neuere Standorte (ab ca. 2015) oder bestehende Standorte, bei denen Antennen getauscht wurden. Hier kann Sunrise - sobald BAKOM die Lizenz an Sunrise ausgestellt hat (voraussichtlich Mitte März 2019) loslegen und zumindest auf der Frequenz von 1400 MHz (vielleicht auch 2600 MHz) 5G Spektrum aufschalten.

      Zwei von zahlreichen Beispielen:
      - Hefenhausen (Wäldi TG), Golfpark; Koordinaten 47.61295, 9.07082; Standort ist angebunden über Richtfunk/MW zum Sunrise Standort Hasli bei Wigoltingen TG 47.58792, 9.01019
      - Schönenberg an der Thur (Kradolf-Schönenberg TG); Koordinaten 47.51832, 9.19907; Standortanbindung unklar, entweder Glasfaser durch lokalen Versorger/Swisscom oder Richtfunk/MW zum Standort Moshalde in Sulgen TG 47.54642, 9.18711

      Ich gehe davon aus, dass 5G Standorte über Glasfaser erschlossen sein müssen bzw. grossmehrheitlich sein werden. Ansonsten wird es sehr spannend, was für eine Latenz/Reaktionszeit/Ping über 5G bei solchen nicht per Glasfaser erschlossenen Sunrise Standorten tatsächlich erreichbar sein wird.
      Wichtig: Es wird mindestens zweites oder drittes Quartal werden, bis die ersten Smartphones mit 5G Modulen kommen (ich bezweifle übrigens, dass Huawei mit ihrem Balong 5G01 Modem hier schneller sein wird als Qualcomm mit ihrem X50 und ab Ende 2019 X55 - welche übrigens beide entgegen der Huawei Propaganda sehr wohl SA wie NSA unterstützt.)

      Apropos: Heute Sonntag, 24.02.2019 beginnt ja der Mobile World Congress 2019 in Barcelona und heute wird Huawei ihr neues Mate X foldable phone mit 5G präsentieren, mal abwarten ab WANN es im Handel sein wird...

      Zurück zum Thema: Beim Sunrise 5G Test-Standort in Laax GR auf dem Skigebiet (Testlizenz wie in Oerlikon ZH; auf welcher Frequenz ist unklar) - welcher von Sunrise medial stark vermarktet wurde - gehe ich aus geografischen und topographischen Gründen davon aus, dass dieser per Richtfunk angebunden ist. Wahnsinnig spannend wären da Messwerte/Messergebnisse zu sehen (spannender als der Speed dürfte wie gesagt die Latenzzeit sein).
      Grds. hat 5G die gleiche spektrale Effizienz wie 4G, einfach dank mehr Bandbreite (auf anderen/höheren Frequenzen) kommt mehr Speed zustande
      > Siehe die äusserst ausführliche detailreiche Erklärung von @GrandDixence -> 5G

      - Interessant ist, dass Sunrise nun langsam die kleineren Gemeinden wie z.B. Sommeri TG (549 Einwohner) oder Hefenhofen TG (1243 Einwohner) mit eigenen Antennen zu erschliessen beginnt:
      Was ist daran speziell? Dass sie im Thurgau liegen? Nein, natürlich nicht. Sondern weil es wirklich ländliche, periphere(re) und dünn besiedelte ländliche Räume sind, in denen Sunrise bisher nur sehr selten eigene Antennen hatte.

      Und diese neuen Baugesuche haben nebst den "normalen" Huawei Antennenmodulen wie gehabt für 700-900MHz und 1400-2600MHz SEPARATE, also ZUSÄTZLICHE Huawei Antennen(-module) für 5G für die Frequenz von 3400-3600MHz. Soweit nichts spezielles, auch Salt macht das (z.B. in Kesswil TG separate 5G Module von NOKIA (!)) und ich gehe schwer davon aus, Swisscom auch...)
      Jedoch:
      - Gleichzeitig verlängerte Sunrise den Festnetzvertrag mit Swisscom um nur noch 5 Jahre bis 2023
      - Gleichzeitig steht die Fusion mit upc bevor (ist meines Erachtens praktisch "beschlossene" Sache aufgrund folgenden Artikels (letzter Abschnitt lesen) fuw.ch/article/was-die-agenda-…obal-und-sunrise-verraet/

      Wegen separaten Modulen: Die neuen 5G Module bei Huawei wiegen ja weniger als 40Kg um die rasch und einfach durch "manpower" und ohne Kran zu montieren: computerbase.de/2019-02/huawei-5g-base-stations-mwc-2019/

      > Diese einfache Nachrüstmöglichkeit ist eine tolle Sache von Huawei, JEDOCH gilt das wegen der NISV nicht für die Schweiz weil separate Antennen (egal welche Frequenz) bedingen ZWINGEND ein neues Standortdatenblatt und damit ein neues rekurs-/einsprachefähiges Baugesuch, EGAL WO in der Schweiz.

      Somit sind wir wieder beim Beginn meiner Antwort angelangt: Dies 5G Standortkarte von Sunrise (sunrise.ch/de/privatkunden/world-of-5g/5g-abdeckung.html) ist leider sehr unpräzise, d.h. man kann die 150 Orte nicht beim Namen erkennen. Ich gehe aber davon aus, dass dies alles Standorte mit Huawei Antennen sind, welche eben das 1400MHz Band bereits unterstützen.
      [und herzlichen Dank hier an Sunrise dass es sagenhafte 0 Standorte im Thurgau sind ;) ]

      Alles rund um das einzusetzende Frequenzband sind Vermutungen meinerseits, die aber immerhin auf Indizien und nicht nur reinen Mutmassungen basieren, sprich ich bin mir ziemlich sicher ;)

      Grund: Sunrise hat 1400 MHz Spektrum ersteigert; Sunrise braucht an Standorten mit Antennen, welche 1400 unterstützen KEIN Baugesuch, sondern lediglich eine "Bagatelländerungen" bei den kantonalen Stellen einreichen UND die Frequenz hat eine akzeptable Coverage/Reichweite und da vorerst nur dedizierte 5G CPE's (Endgeräte sind ja spezielle 5G Router) geht das auch problemlos mit der Kapazität i.O.

      Cheers

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von 4G-Fan ()

    • 4G-Fan schrieb:

      Zurück zum Thema: Beim Sunrise 5G Test-Standort in Laax GR auf dem Skigebiet (Testlizenz wie in Oerlikon ZH; auf welcher Frequenz ist unklar) - welcher von Sunrise medial stark vermarktet wurde - gehe ich aus geografischen und topographischen Gründen davon aus, dass dieser per Richtfunk angebunden ist.
      Wo Seilbahnen sind, sind in der Regel auch Glasfaserkabel vorhanden. Wie bei den Hochspannungsleitungen sind in der Regel in den obersten Seilen (Hochspannungsleitungen: Erdseil) Glasfaserkabel "miteingewickelt":
      de.wikipedia.org/wiki/Erdseil
      Energieversorgungsunternehmen (zum Beispiel: BKW) und Eisenbahnunternehmen (zum Beispiel: SBB => Glasfaserleitungen im Kabelschacht neben dem Gleis) sind auch wichtige Telekommunikationsunternehmen, welche Glasfaserleitungen vermieten (dark fiber) oder Übertragungskapazitäten auf ihren Glasfaserleitungen für Unternehmen und Behörden anbieten/vermieten. Viele Glasfaserkabel findet man auch in den Kabelschächten entlang der Autobahnen (=> ASTRA). Ein grosser Teil der Zeit für eine Sanierung eines Autobahnteilstückes geht für das Verlegen der neuen Glasfaserleitungen drauf.

      Die Richtstrahlverbindungen (Suppenteller-förmige Antennen) sind in der Regel nur noch Backup-Netzwerkverbindungen. Für den Fall, dass das Glasfaserkabel getrennt wird. Richtstrahlverbindungen/Richtfunkstrecken sind auf der Karte:
      map.geo.admin.ch/?topic=ech&la…,,,,&catalogNodes=687,727
      ersichtlich. Für Richtstrahlverbindungen müssen jährliche Konzessionsgebühren ans Bakom bezahlt werden:
      bakom.admin.ch/bakom/de/home/f…nzessionen/richtfunk.html

      bakom.admin.ch/bakom/de/home/f…konzessionsgebuehren.html

      Zu einer Mobilfunkantenne sollten zwei Glasfaserkabel führen, die möglichst unterschiedliche Wege nehmen. Trennt ein Baubagger eine Glasfaserleitung (was noch relativ häufig vorkommt) übernimmt die zweite Glasfaserleitung die Verbindung der Mobilfunkantenne mit dem Kernnetzwerk des Mobilfunknetzes (Core Network). Gerade Sunrise scheint aus (Kostengründen) gerne auf diese zweite Glasfaserleitung zu verzichten, was zur Folge hat, dass bei einer Glasfasertrennung (Brand, Schnitt etc.) ein ganzes Dorf für mehrere Stunden ohne Mobilfunkempfang da steht.

      Alternative zur zweiten Glasfaserleitung ist die Richtstrahlverbindung als Backup-Netzwerkverbindung zum Kernnetzwerk des Mobilfunknetzwerks. Eine korrekt dimensionierte Richtstrahlverbindungen (Richtfunk) mit automatischer Sendeleistungsregelung (ATPC => Starkregenfest) ist störungsresistenter als eine Glasfaserverbindung. Eine solche Richtstrahlverbindung kann nur noch mit einem Hindernis in der Sichtverbindung (exakter 1. Fresnelzone) zwischen den beiden Richtfunkantennen (ernsthaft) gestört werden:
      de.wikipedia.org/wiki/Richtfunk
      Deshalb werden Richtstrahlverbindungen (Richtfunk) gerne für militärische Anwendungen eingesetzt. Man beachte zum Beispiel die Karte auf Seite 5 zum Behördenfunknetz Polycom im Kanton Wallis (blaue Linie: Richtfunk; rote Linie: Glasfaser; rote Punkte: Basisstationen/Funkantennen von Polycom):
      parlement.vs.ch/common/idata/p…LYCOM-Funknetz_BOT_SR.pdf
      Praktisch jede Polycom-Basisstation ist aus Verfügbarkeitsgründen über zwei möglichst verschiedene Netzwerkverbindungen ans Kernnetzwerk von Polycom angeschlossen. Aus Verfügbarkeitsgründen sind alle Komponenten des Kernnetzwerks doppelt vorhanden und an zwei geographisch möglichst verschiedene Standorte aufgebaut (=> 1x Sion, 1x Brig). Ähnlich sollte auch ein Mobilfunknetzwerk eines öffentlichen Mobilfunkanbieters (Swisscom, Sunrise, Salt) aufgebaut sein.

      Es ist leichter, die Datenübertragungskapazität einer Glasfaserleitung zu verzehnfachen (10x schneller), als die Datenübertragungskapazität einer Richtstrahlverbindung/Richtfunkstrecke zu verzehnfachen (10x schneller). Deshalb ist das Einsatzgebiet von Richtstrahl/Richtfunk sinnvollerweise auf "Backup-Netzwerkverbindungen" zu begrenzen.

      Zum Thema Latenzzeit/Echtzeitanwendung/RTT von Richtstrahlverbindungen (Richtfunk) siehe bitte Kapitel "Anwendung von Richtfunkstrecken" den Anwendungsfall "Börse London<->Frankfurt" der Wikipedia-Seite:
      de.wikipedia.org/wiki/Richtfunk

      Dieser Beitrag wurde bereits 21 mal editiert, zuletzt von GrandDixence ()

    • Bitte nicht vergessen, dass das Frequenzband im 1400 MHz-Bereich nur für den Downlink verwendet werden kann (SDL). Mit dem Frequenzband im 1400 MHz-Bereich alleine wird kein 5G-Mobilfunknetz realisierbar sein. Es fehlt der Uplink (vom Mobilgerät zur Mobilfunkantenne/Basisstation).

      Würde das Mobilgerät auf dieser Frequenz senden, würde es den im Mobilgerät eingebauten GNSS-Empfänger (GPS etc.) heftig stören! Die neuen Mobilfunk-Frequenzbändern im 1400 MHz-Bereich und 3500-3800 MHz werden mit ihren Störemissionen die Satellitenkommunikation (wie GNSS; Satellitenbodenstation Leuk VS) stören. Was noch für ziemlich viel Ärger sorgen wird! Siehe auch:
      mobilecommunity.ch/wbb/index.p…-5g/&postID=2619#post2619

      Die Freigabe des L-Band für terrestrischen Mobilfunk ist/war in meinen Augen eine "dumme" Idee und wohl der "Lobby-Arbeit" der politischen Vertretern der Mobilfunkanbietern zu verdanken.
      en.wikipedia.org/wiki/L_band

      Die Nutzung vom 700 MHz-Frequenzspektrum für den terrestrischen Mobilfunk statt DVB-T (terrestrischer Fernsehrundfunk) ist in meinen Augen eine "gute" Idee. Siehe auch:
      mobilecommunity.ch/wbb/index.p…Css-dvb-t-in-der-schweiz/

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von GrandDixence ()

    • In Netstal (Wiggispark) und in Ziegelbrücke (Biberlikopf) sah ich bereits neue, ganz kleine Antennen, die sind wohl wirklich für 3.7 GHz.. Die Swisscom sendet ja schon in diesem Band testweise, z.B. in Zürich. Ob die neuen Antennen nun aber zu Sunrise oder zu Swisscom gehören, kann ich nicht beurteilen; denn auch die Swisscom will ja 5G sehr bald starten

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von dxbruelhart ()

    • Neu

      87marcel schrieb:

      dxbruelhart schrieb:

      An manchen Orten sehe ich jetzt die 5G Werbung "Die ersten mit 5G in 150 Ortschaften". Sind es diese Orte, wo Sunrise 5G starten wird? Oder plakatiert das Sunrise gesamtschweizerisch? Bislang sah ich solche Plakate in Kloten, Uster und Glarus.
      Hast du das Plakat in Glarus am Bahnhof gesehen?
      Ich gehe davon aus, dass die Sunrise alles "zuplakatiert". Wenn ich mich recht entsinne, habe ich bei meinem letzten Zugtrip in die Westschweiz dort auch an mehreren Bahnhöfen solche Plakate gesehen.
      [Insert Signature here]