Swisscom verzichtet auf UMTS 2100

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    • Swisscom verzichtet auf UMTS 2100

      Gemäss dieser Meldung von teltarif.de will Swisscom anscheinend, ab Oktober 2019, auf UMTS 2100 verzichten, wobei UMTS 900 Erhalten bleiben soll.

      Ist jetzt mit dem Wegfall von UMTS iim Band 1 (2100 MHz) mit einer Verschlechterung des Empfangs zu rechnen, bzw. ist die Abschaltung dieser Standorte "ersatzlos geplant"? Oder werden diese Standorte, wohl auf Kosten der GSM Kapazitäten, auf UMTS 900 umgerüstet, damit die 3G Abdeckung erhalten bleibt?

      Gemäss der Meldung soll auch GSM nur bis 2020 garantiert sein. Ist ja grundsätzlich nichts neues. Wobei Swisscom hat doch immer kommuniziert, dass dann auch definitiv abgestellt wird oder liege ich falsch ("Garantiert" hiesse ja, man lässt sich offen, was nach 2020 passiert)?
    • Swisscom macht nur einen sinnvollen und logischen Schritt. Siehe auch:
      mobilecommunity.ch/wbb/index.p…900/&postID=2472#post2472

      de.wikipedia.org/wiki/Mobilfunkfrequenzen_in_der_Schweiz

      Da die Netzabdeckung von UMTS 900 (Band 9 ) schon längere Zeit von allen 3 öffentlichen Mobilfunkanbietern schweizweit flächendeckend ist (inklusive den Städten), wird man beim Einsatz eines UMTS 900-fähigen Mobiltelefons von der Abschaltung des UMTS 2100 (Band 1) gar nicht viel merken.

      Bei nicht 4G/LTE-fähigen Mobiltelefone könnte nach der Abschaltung vom UMTS 2100-Mobilfunknetz die Akkulaufzeit länger werden, da keine energiefressenden, sinnlosen Umschaltungen/Netzeinbuchungen von UMTS 900 zu UMTS 2100 und umgekehrt mehr erfolgen.

      In der Schweiz sollten bereits heute nur noch UMTS 900-fähige Mobiltelefone eingesetzt werden, da in den letzten Jahren neu errichtete Mobilfunkantennen kein 2G/GSM-Mobilfunksignal ausstrahlen. Ohne ein UMTS 900-fähiges Mobiltelefon hat man in den Regionen:

      - Lac de Mauvoisin (VS)
      - Derborence (VS)
      - Sanetschpass (VS)
      - Oeschinensee ob Kandersteg (BE) jungfrauzeitung.ch/artikel/155705/
      - Ratvel, nördlich von Les Paccots (FR) => Rega-Magazin Nr. 88, Seite 10 und 11 rega.ch/pdf/aktuelles/1414/PDF_Rega_Magazin_88_de.pdf
      - Napf (BE/LU)
      - Ebersecken (LU) luzernerzeitung.ch/zentralschw…-funkloch-befreit-ld.7070
      - Grosstal, westlich Isenthal (UR) luzernerzeitung.ch/zentralschw…rkshop-beraten-ld.1072311
      - Weisstannental (SG) seilers-werbeblog.ch/swisscom-…hendste-netz-der-schweiz/
      - Gigerwaldsee (SG)
      - Scopi/Lukmanierpass (GR/TI)
      - Zervreilasee (GR)
      - Lago di Lei (GR)
      - Juf (GR)
      - Schlappintal (GR)

      keinen Mobilfunkempfang! Auch ausserhalb der oben genannten Regionen ist der Einsatz eines UMTS 900-fähigen Mobilgeräts zu empfehlen, da dass UMTS 900-Mobilfunknetz über mehr Mobilfunkantennen verfügt als das 2G/GSM-Mobilfunknetz. Mehr Mobilfunkantennen bedeuten dank der adaptiven, automatischen Sendeleistungsregelung (TPC) eine generell geringere Sendeleistung des Mobilgeräts, was der Akkulaufzeit, der Sprachqualität und der Strahlungsbelastung zu gute kommt.

      Siehe auch Bakom-Funksenderkarte:
      map.geo.admin.ch/?topic=funksender

      Für die Grundversorgung der Wohnbevölkerung mit Mobilfunk eignet sich das Mobilfunksignal mit einer Funkfrequenz < 1000 MHz. Mobilfunksignale mit einer Funkfrequenz > 1000 MHz eignet sich für die lokale Erhöhung der Übertragungskapazität des Mobilfunknetzes (Sprachtelefonie/Datenübertragungen). Zum Beispiel in städtischen Regionen. Siehe auch:
      mobilecommunity.ch/wbb/index.p…019/&postID=2750#post2750

      Ein 5 MHz-breites UMTS/3G-Mobilfunksignal hat eine Übertragungskapazität von rund 98 gleichzeitigen Telefongesprächen "pro Mobilfunkantenne" (mit dem heute üblichen Audiocodec AMR-NB 12.2 kbit/s).
      umtsworld.com/technology/wcdma.htm

      lancom-forum.de/lancom-systems…elekom-t17258.html#p97931

      Notgedrungen mussten die Schweizer Mobilfunkanbieter in einigen Fällen die Grundversorgung der Wohnbevölkerung mit Mobilfunksignalen mit einer Funkfrequenz > 1000 MHz realisieren. Wie zum Beispiel:

      * Swisscom: UMTS 2100
      * Salt: GSM 1800

      jetzt ist endlich der Zeitpunkt gekommen, wo man diesen "Murks" in der Funknetzplanung entfernen kann, in dem man die Ausstrahlung dieser Mobilfunksignale abschaltet!

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von GrandDixence ()

    • Optimist schrieb:

      Gemäss dieser Meldung von teltarif.de will Swisscom anscheinend, ab Oktober 2019, auf UMTS 2100 verzichten, wobei UMTS 900 Erhalten bleiben soll.

      Ist jetzt mit dem Wegfall von UMTS iim Band 1 (2100 MHz) mit einer Verschlechterung des Empfangs zu rechnen, bzw. ist die Abschaltung dieser Standorte "ersatzlos geplant"? Oder werden diese Standorte, wohl auf Kosten der GSM Kapazitäten, auf UMTS 900 umgerüstet, damit die 3G Abdeckung erhalten bleibt?

      Gemäss der Meldung soll auch GSM nur bis 2020 garantiert sein. Ist ja grundsätzlich nichts neues. Wobei Swisscom hat doch immer kommuniziert, dass dann auch definitiv abgestellt wird oder liege ich falsch ("Garantiert" hiesse ja, man lässt sich offen, was nach 2020 passiert)?
      Um ergänzend noch was zu sagen um das ganze besser einordnen zu können:

      In den 2000er Jahren kam 3G auf.
      Zuerst als UMTS, später als deren Weiterentwicklung HSPA und HSPA+.
      Fast überall in Europa (ein paar osteuropäische Ländern ausgenommen) wurde hierfür (für die 3G Frequenzen) Spektrum im Bereich um 2100 MHz versteigert.
      Damals mussten die Anbieter in Deutschland, D1 (Telekom/T-Mobile), D2 (Vodafone), E1 (E-Plus) und E2 (Viag Interkom/O2) ca. 50 Milliarden Euro hinblättern. Die Grundlage bzw. der Hauptgrund dafür, dass in Deutschland bis heute alle Anbieter vergleichsweise schlechte Abdeckung und Performance bieten: Das Geld, welches für Frequenzen ausgegeben wurde, fehlte nämlich über Jahre für den Ausbau in die Netzinfrastruktur.

      In der Schweiz entwickelte sich das 3G Netz zuerst auch wie fast in ganz Europa ausschliesslich auf dem 2100 MHz Bereich. Das war so selbstverständlich dass bis in Bundesgerichtsurteile hinein immer nur zu lesen war von "Aufbau einer Mobilkommunikationsanlage für GSM900 (und/oder GSM1800) sowie UMTS".
      -> UMTS war also völlig klar im 2100 MHz Bereich. So klar, dass der Frequenzbereich also ausser in den Standortdatenblätter nicht einmal explizit aufgeführt wurde...

      Sunrise begann jedoch nach der Frequenzauktion von 2012 (bei der sie gleich viel Spektrum im 900 MHz Bereich wie Swisscom ersteigerten) und noch vor dem Wechsel von Alcatel-Lucent (damals auch Orange Lieferant) zu Huawei mit dem Ausbau von UMTS900. Warum? Einerseits, um nicht zahllose neue Standorte zu bauen und andrerseits weil sie ja eben gerade 2012 genügend Spektrum im 900MHz Bereich nicht mehr nur für GSM ersteigert hatten UND natürlich hauptsächlich weil eben zwischenzeitlich UMTS weiterentwickelt und nun für das Band um 900MHz zur Verfügung stand.

      Swisscom zog später nach, begann so ab ca. 2013/2014, jedoch nur punktuell. Mit dem Auslaufen der analogen Telefonie auf dem Festnetz und dem damit einhergehenden Umrüsten von Lift(Notfall)Telefonen und anderen Alarmanlagen auf die IP-Technologie waren sie ab ca. 2015 gezwungen, UMTS900 beschleunigt auszurollen.

      Warum Swisscom UMTS2100 nun ganz abschaltet, hat einen SEHR EINFACHEN Grund: 2100MHz wird (bereits seit ca. 2-3 Jahren) eingesetzt für 4G und künftig (noch in diesem Jahr) auch für 5G da hierdurch keine neuen Antennen und Bewilligungen (bzw. nur "Bagatelländerungsgesuche" bei den kantonalen NISV-Stellen) notwendig sind und man teilweise Sunrise zuvorkommen kann. Sunrise hat meiner Beobachtung zufolge schon viel mehr Standorte, an denen die Antennen 700MHz (alles Huawei Antennen) unterstützen und damit sollte Sunrise viel schneller eine 5G Flächenabdeckung als Swisscom hinbekommen. Andrerseits hat Swisscom mehr Standorte und könnte ggf. einen Teil des 900MHz Spektrums umnutzen bzw. - wer weiss - auch 1800MHz zusätzlich für 5G nutzen.


      @Optimist: An vereinzelten Standorten könnte ich mir vorstellen, dass Swisscom Kapazitätsprobleme insbesondere bei der Telefonie bekommen könnte für Kunden, welche halt nur ein max. 3G taugliches Gerät haben, sprich Hotspots, Feste/Anlässe, usw.
      Kapazitätsmässig wird 2G kaum darunter leiden, jedoch ggf. dennoch wenn/weil Sendeleistung für 2G weiter zurückgefahren wird.

      Sunrise hat dieses Problem bei 3G aus zwei Gründen nicht: 1. Weniger Teilnehmer pro Antenne (etwa Faktor 2.5) sowie flächendeckend starke UMTS/3G 900 (Fachjargon: U900) Sendeleistung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 4G-Fan ()

    • 4G-Fan schrieb:

      Andrerseits hat Swisscom mehr Standorte und könnte ggf. einen Teil des 900MHz Spektrums umnutzen bzw. - wer weiss - auch 1800MHz zusätzlich für 5G nutzen.
      Swisscom hat im Band 8 (900 MHz) definitiv Verbesserungspotential: Swisscom ist der letzte öffentliche Schweizer Mobilfunkanbieter, welcher nicht im 5 MHz-Raster arbeitet. Alle anderen öffentlichen Schweizer Mobilfunkanbieter halten sich an das 5 MHz-Raster und senden Mobilfunksignale für UMTS/3G, LTE (und 5G) mit einer Bandbreite von 5 MHz oder einem Vielfachen von 5 MHz aus (bis 20 MHz). Für die Ausstrahlung von 2G/GSM steht bei Salt und Sunrise je 5 MHz Bandbreite zur Verfügung, was für 24 GSM-Kanäle reicht.

      Aktuell (04.2019) nutzt Swisscom das Band 8 wie folgt:

      945 - 947 MHz <ungenutzt>
      947 - 952 MHz UMTS 900 (UARFCN 3050)
      952 - 960 MHz GSM 900

      Sinnvoll wäre eine Reduktion der 2G/GSM-Bandbreite von 8 MHz auf 5 MHz, also von 39 GSM-Kanäle auf 24 GSM-Kanäle. Nach dieser Reduktion könnte Swisscom im Band 8 (900 MHz) ein 5G-Mobilfunksignal schweizweit flächendeckend für die Grundversorgung ausstrahlen. Zum Beispiel:

      945 - 950 MHz UMTS 900
      950 - 955 MHz 5G (900)
      955 - 960 MHz GSM 900

      Vielleicht findet diese Umstellung des Band 8 bei Swisscom am 01.10.2019 statt.
    • Die Swisscom hat aktuell 30 MHz Bandbreite im 2100er Band; sie nutzt dafür 2120-2140 MHz für 4G LTE und 2140-2150 für 2 UTRANs UMTS 3G - die fallen eben per Ende September weg. Wird die Swisscom da dann 5G aufschalten? 10 MHz nützen wohl nicht sehr viel für 5G in Sachen Bandbreite und Kapazität, aber wohl für die Ausbreitung, das 2100er Band kann schon viele Kilometer Reichweite bringen. Oder wird die Swisscom die ganzen 30 MHz für 5G verwenden? Wird dann die Swisscom wohl im 1800er Band den bislang nur in Grossstädten genutzten Bereich 1825-1835 MHz auch grossflächiger einsetzen?